Dienstag, 26. Juni 2012

Südamerika, II Akt




erste Meter auf wackeligen "Füßen"
25 Tage, 3442 km Argentinien und unzählige Eindrücke liegen hinter uns, an denen wir euch zusammengefasst teilhaben lassen wollen.

alles unter Dach und Fach
Der erste Tag in Freiheit begann ungewohnt früh. Kurz nach Sonnenaufgang standen wir mit unserem Agenten vor dem Hafen, um unseren Gefährten endlich auf südamerikanische Straßen zu bringen. Fünf Stunden und 300 Pesos Bestechungsgeld später waren wir unterwegs ins große Abenteuer. Doch bevor es richtig losgehen konnte, hieß es sich durch Buenos Aires schlängeln, tanken und natürlich Bier und andere Lebensmittel kaufen.


Da sich die Sonne allmählich dem Horizont näherte, begannen wir unsere Augen nach einem geeigneten Campingplatz offen zu halten. Was wir fanden war unsere erste - es sollten noch viele folgen - Polizeikontrolle. Anklagepunkte waren: angeblich kein Licht und natürlich die vorhandene Anhängerkupplung; Urteil: 1050 Pesos (ca. 200 Euro) in bar an den Polizisten. Mit unseren spärlichen Spanischkenntnissen konnten wir den Betrag auf 350 Pesos runter handeln. 

Sachen sortieren & Ordnung erstellen
Nummernschilder "anpassen"
erstes schönes Camp
 Im nächsten Ort (120 km entfernt) fanden wir auch unseren Campingplatz, wo schon die nächste Überraschung auf uns wartete: ein großes „Geschlossen“-Zeichen. Dieses hinderte uns jedoch nicht daran unser Zelt aufzuschlagen und die erste Nacht darin zu verbringen.

Kaymane beim sonnen
Carpinchos
 Unser Weg führte uns immer weiter nördlich dem hoffentlich wärmeren Wetter entgegen. So verbrachten wir zwei sehr schöne Tage im Nationalpark Ibera, wo wir unsere ersten Carpinchos (Wasserschweine), Kaimane und sogar eine Boa beobachten konnten. Weiter nördlich erreichten wir die Provinz Misiones, die mit über 30% Urwald nur darauf wartete von uns erkundet zu werden. Die Attraktion in Misiones sind jedoch die Wasserfälle von Iguazu, die wir auf der wenig befahrenen Ostroute erreichten.
 
erste Nacht bei Bodenfrost

Vorbereitungen für den Abend
entlang des Rio Uruguay

durch den Urwald
Diese Tour führte uns entlang des Rio Uruguay (der Argentinien und Brasilien trennt) vorbei an riesigen Holzplantagen (wo vor nicht allzu langer Zeit noch Urwald war) in die Region, in die noch keine Motorsäge gedrungen ist. Mit zunehmender Entfernung von der Zivilisation verschlechterten sich auch die Wege, die unser Donkey souverän meisterte.

typisches Abendmahl ;-)
Angekommen in Iguazu stand die Frage nach einem zentralen und günstigen Zeltplatz für uns im Vordergrund. Zentral war zu bekommen, bloß günstig war eine Illusion. So suchten wir uns einen Platz etwas weiter entfernt, dafür aber umsonst. Pünktlich als das Steak in die Pfanne sollte, wurden wir von drei Uniformierten in ihrem besten Englisch - „move now“ - aufgefordert dieses Fleckchen Erde zu verlassen. Ein Grund war nicht zu erkennen, aber den brauchen diese netten Herren hier offensichtlich nicht.


Strahlender Sonnenschein begleitete uns am nächsten Morgen auf dem Weg nach Iguazu und versprach uns einen tollen Tag. Dieses Versprechen wurde mehr als erfüllt. Denn der Anblick von mehr als hundert Wasserfällen, die bis zu 70 Meter in die Tiefe stürzen, verschlug selbst mir - Steffen - die Sprache. Iguazu bedeutet „großes Wasser“ und zeigte mit all seiner Deutlichkeit, weche Gewalten in ihm stecken. 


die Wasserfälle von Igua

mitten drin!


Ruine von einem Kirchenschif
Ruinen von St. Ignacio
Da wir Argentinien noch nicht verlassen wollten und Iguazu im Norden an Paraguay und Brasilien grenzt, schlugen wir eine südliche Richtung ein. Entlang dieser Strecke ist nicht mehr viel von der ursprünglichen Vegetation erhalten, stattdessen gibt es Ruinen der Jesuitenreduktionen zu bestaunen, die vor mehr als 400 Jahren von spanischen Missionaren gegründet wurden. Da vieles vom Urwald überwuchert ist, kann man nur erahnen wo und wie die über 4000 Menschen in einer Reduktion gelebt haben.

idyllischer Zeltplatz im NP Mburucuya
Unser nächstes Ziel heißt Anden, dafür müssen wir Argentinien Richtung Westen durchqueren. Da wir zeitlich relativ flexibel sind, versuchen wir uns so viel wie möglich entlang der Strecke anzuschauen. Bis jetzt gab es zwei wunderschöne Nationalparks, die mit Lagunen, tollen Wanderungen und idyllischen Campingplätzen aufwarteten.
Ich glaube, wir sind in den letzten Tagen erst richtig angekommen und nun bereit die Massive der Anden zu durchqueren.

Bis dahin, viele Grüße aus dem Nationalpark Chaco,
Jule und Steffen

1 Kommentar:

  1. Geilo! Tolle Bilder und Bericht, da wird man richtig neidisch! Wie schmeckt eigentlich ein Carpinchos? Wie ich Steffen kenne, hat er doch bestimmt schons mit der bloßen Hand erlegt und auf den Grill verfrachtet!?
    Dann gehabt euch wohl! Bis die Tache!

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