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| auf dem Weg zum Paso Sico |
Mit einiger Überwindung und
viel Willensstärke gelang es uns letztendlich doch Santiago den Rücken zu
kehren. Nach zwei Wochen mit festem Dach über dem Kopf mussten wir uns erst
einmal wieder an das Leben mit Zelt gewöhnen.
Die wunderbare Landschaft
rund um den Aconcagua (6.962m) war dabei eine große Hilfe und so stellten wir
schnell fest, dass wir die Freiheit des Reisens doch vermisst haben. Gleich
nach der Grenze auf argentinischer Seite begrüßte uns der Nationalpark
Aconcagua. Eine kleine Rundwanderung führte uns zu mehreren schönen Ausblicken
auf den höchsten Berg Südamerikas. Die Argentinier betonen auch gern mit stolz
geschwellter Brust, dass dies ebenfalls der höchste Berg außerhalb des
Himalayas ist. Wie dem auch sei, die
Landschaft und der Berg faszinierten uns.
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| am Aconcagua |
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| alter Bahnhof in Argentinien |
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| schneebedeckte Berge bei Mendoza |
Nach dem kurzen Abstecher
ging es weiter nach Mendoza, die bekanntlich schönste Stadt Argentiniens. Die
Stadt ist auch ganz hübsch und vielleicht ist sie wirklich die Schönste, denn
sauber und ruhig ist sie, aber das Besondere fehlt. Nicht ein lohnendes
Bildmotiv fanden wir hier… Was hat das nun zu bedeuten?
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| endlose staubige Straßen |
Durch eine endlose trockene,
bis zu 40°C heiße Steppe fuhren wir schnurgerade Straßen weiter südlich nach
San Rafael. Wie Mendoza ist auch San Rafael eine grüne Oase in dieser eintönigen
Weite. Allerdings gefiel uns diese Stadt ein klein wenig mehr mit ihrer
angenehmen Fußgängerzone und den vielen vielen Bäumen. Lange verweilten wir
trotzdem nicht und nach einem kurzen Erkundungsstopp brachen wir zum gleich
dahinter liegenden Staudamm und Canyon auf. Der See des Staudamms erschien uns
wie aus dem Bilderbuch. Intensiv türkis leuchtend, mit kleinen Sandstränden, liegt
er zwischen sanften Hügeln. Der sich anschließende Canyon blieb uns durch seine bizarren
Felsformationen, die sich rechts und links neben uns erhoben, in Erinnerung.
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| Staudamm bei San Rafael |
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| grandioser Canyon |
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| Canyon aus Lavagestein |
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| 3. Advent mit dt. Plätzchen |
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| staubige aber schöne Steppe |
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| erste Wolken! |
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| einfache Vorfahrtsregeln |
Da wir für Weihnachten viele Kilometer weiter
südlich in Chile verabredet waren,
bewunderten wir die argentinischen Anden und Täler nur noch aus dem Auto
heraus. Auch beobachteten wir wie sich dunkle Wolken von Chile über das
Bergmassiv schoben und hier wollten wir nun wieder die Grenze passieren…
Aber der Plan stand und so
fuhren wir geradewegs in das schlechte Wetter. Und es kam wie es kommen musste:
es regnete sich ein. Glücklicherweise fanden wir einen noch nicht aufgeweichten
Zeltplatz und eine kurze Regenpause erlaubte uns, das Zelt schnell aufzubauen
und uns darin zu verkriechen – für zwei Tage!
Wenn es nicht regnete, das
schneite und hagelte es. Mit viel Cola-Whiskey und Bier ließ es sich aber
dennoch aushalten.
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| unfreiwillige "Pause" |
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| idyllischer Campingplatz |
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| Zelt etc. trocknen ist angesagt |
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| im NP Villarica |
Nach dem Regen kommt
bekanntlicherweise die Sonne. Und so war es! Ein wunderschöner wolkenloser Tag
sollte uns vergönnt sein, den wir im Nationalpark Villarica nutzten. Eine
unglaublich schöne Wanderung führte uns durch Wälder mit bis zu 2.000 Jahre
alten Araucanien, vorbei an idyllischen Lagunen mit Ausblicken auf weiße Berge
und den schneebedeckten aktiven Vulkan Villarica. Hier erblickten wir einen
Teil der Schönheit der viel gerühmten Seenregion von Chile und waren
begeistert! Mehr bekamen wir vorerst nicht zusehen, denn die dunklen Wolken und
der Regen verhüllten alles. Und da es wieder einmal nicht aufhören wollte,
entschieden wir uns auf direktem Weg zu der kleinen Hütte zu fahren, in der wir
uns mit der jungen Leipziger Familie – den Schmidtis – die wir in Bolivien
kennen lernten, für die Weihnachtstage treffen wollten.
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| trotz Regen toll! |
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| ohne Worte |
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| verdiente Mittagsrast |
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| beim Plätzchen backen |
Und hier waren wir dankbar
für diese dunklen kalten Tage, denn so konnten wir unseren Kaminofen in dieser
niedlichen Hütte einfeuern. Der Weihnachtsbaum und der Duft von
selbstgebackenen Plätzchen taten das Restliche uns in Weihnachtsstimmung zu
versetzen. So kam der 24. und damit auch ein aufgeregter aber doch
überzeugender Weihnachtsmann, den der kleine 2-jährige Emil ohne große Scheu
Willkommen hieß und ihm beim Verteilen der Geschenke tatkräftig unterstützte.
Wie es die Tradition verlangt, gab es auch bei uns nicht nur Stollen und
Lebkuchen, sondern Kartoffelsalat mit Bratwürsten und am ersten Feiertag eine
selbst geschlachtete und gerupfte Ente – eine etwas gewöhnungsbedürftige
Erfahrung!
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| unser Weihnachtsbraten |
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| einfach lecker! |
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| Bescherung |
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| Blick aus unserer Hütte |
Nach den Feiertagen
verabschiedeten wir uns für drei Tage, um die Insel Chiloé zu erkunden. Unser
Reiseführer warnte uns schon vor dem Inselwetter: wenn es nicht regnet, nieselt
es zumindest. Und so war es auch. Einen Nachmittag zog es kurz auf und wir
konnten die schöne Landschaft bewundern, den Rest verbrachten wir wieder in der
Nässe. Nun ja, es hat ja einen Grund, warum in dieser Region alles so wunderbar
grünt und blüht. Aber nicht nur für das Wetter ist die Insel bekannt, sondern
auch für ihre zahlreichen Kirchen, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt wurden. Drei von denen betrachteten wir, dann hatten wir genug von den
aus Brettern errichteten Gebäuden, die zwar ganz nett anzusehen waren, aber an
die einfache Dorfkirche aus Deutschland nicht heranreicht.
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| auf dem Weg zur Insel Chiloé |
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| am Strand von Chiloé |
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| UNESCO Weltkulturerbe (Kirche) |
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| traumhafte Landschaft |
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| typische Gebäude auf der Insel |
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| das Beste auf Chiloé: Curanto |
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| allg. Neujahrsbaden in Puerto Varas |
Pünktlich zum Jahreswechsel
waren wir zurück in der Hütte bei den Schmidtis und verbrachten hier einen
ruhigen geselligen Silvesterabend mit einem guten Wein und Muscheln satt. Der
1.1. begrüßte uns mit einem strahlend blauen Himmel und nun sitzen wir vor
unserer Hütte und genießen diesen grandiosen Blick auf die Stadt, den See und
die Vulkane und lässt uns wünschen, dass alles so weitergeht wie bisher: Donkey
fährt, wir verstehen uns, die Landschaft ist hervorragend, der Alkohol fließt,
das Essen schmeckt und die Menschen sind herzlich.
In dem Sinne wünschen wir
euch allen ein gesundes neues Jahr 2013 und dass es nach euren Wünschen und
Vorsätzen verläuft!!
Viele Grüße,
Jule und Steffen
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