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| die gefährlichste Straße der Welt |
Als wir 2003 schon einmal in Bolivien waren, fuhren wir die
gefährlichste Straße der Welt – vom La Cumbre Pass nahe La Paz auf 4.600m ü.N.N.
nach Coroica auf 2.300m ü.N.N. -
mit den
Mountainbikes hinab. Heute wird sie allgemein die „Death Road“ genannt. Doch
das noch einzige wirklich gefährliche daran sind die rund 200 Radfahrer am Tag
selbst. Die LKW’s, die der teilweise sehr schmalen, an vielen Stellen am
Fahrbahnrand bis zu 200m tief abfallenden Straße ihren Namen gaben, befahren
seit einigen Jahren eine neue ungefährliche Straße. Die einzigen, die sie also
noch benutzen sind die Touristen und so auch wir!
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| gratis Autowäsche |
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| schmal und neblig! |
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| kurz vor dem Abgrund |
Zusammen mit einem dt. Motorradfahrer, der in unserem Alter
und allein unterwegs ist, fuhren wir die Schotterpiste nach La Paz hinauf.
Landschaftlich ist die Strecke wirklich ein Traum. Nur muss man eben ziemlich
auf die Fahrbahn achten, denn einige der entgegen kommenden Radfahrer haben den
nur hier vorgeschriebenen Linksverkehr nicht begriffen.
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| Cordillera Real entlang des Weges |
Nach diesen überwältigenden 2.300 Höhenmetern und sozusagen
immer noch lebendig, begaben wir uns auf den Weg zum Titicacasee - dem
höchsten schiffbaren Süßwassersee der Erde. Begleitet wurden wir auf dieser
Strecke von der schneebedeckten Cordillera Real, die uns immer wieder zum
anhalten brachte, um diesen majestätischen Gebirgszug zu bestaunen. In
Copacabana fanden wir einen Zeltplatz direkt am See und genossen gemeinsam mit
Matthias, dem Motorradfahrer, den Ausblick, das Essen (frische Forellen), die
gemütliche Atmosphäre und eine Wanderung an einem verregneten Tag über die
Sonneninsel. Nach drei Tagen hieß es dann leider voneinander Abschied nehmen,
denn Matthias sein Weg führt weiter nach Peru gen Norden mit dem Ziel Alaska
und unserer sollte nun endlich nach Süden führen.
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| Blick über die Halbinsel |
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| Blick auf Copacabana |
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| frischer Fisch! |
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| auf der Fähre über den Titicacasee |
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| Rundfahrt um Copacabana |
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| auf der regnerischen Sonneninsel |
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| 20kg Nudeln + Whisky Cola |
Wir machten noch einen kurzen Zwischenstopp in La Paz, um
die wichtigsten Vorräte in dem günstigen Bolivien aufzufüllen: Nudeln und
Alkohol. Danach fuhren wir voller Vorfreude, durch bizarre
Sandsteinformationen, an mystischen Grabtürmen und am höchsten Berg Boliviens
dem Vulkan Sajama mit 6.542m vorbei, zur
chilenischen Grenze. Dort verlief im Prinzip alles reibungslos, bis auf
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| der höchste Berg Boliviens |
das uns
unser Vorrat an Knoblauch und Honig weggenommen wurde. (Die Einfuhr von
Frischeprodukten sowie Honig und Holz sei verboten). Und so durften wir
passieren – in das Land hinein, von dem wir die höchsten Erwartungen haben.
Einen sonderlich guten Start legten wir aber nicht hin, denn der einzige
Bankautomat im Umkreis von 150km funktionierte nicht und die Bank war wegen
Sonntag geschlossen. Das hieß Nudeln mit Büchsengemüse satt.
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| Zwillingsvulkane an der Grenze |
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| Chile! |
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| Grabtürme entlang des Weges |
Als wir am nächsten Tag doch Geld bekamen, deckten wir uns
für die weiteren Tage reichlich ein, denn unsere Route sollte uns über 300km
durch zwei Nationalparks ohne Zivilisation führen.
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| kalte Nächte im Nationalpark |
Schon auf den ersten Kilometern zeigte uns der Nationalpark
Lauca seine Schönheit. Perfekt geformte schneebedeckte Vulkane ragten aus der
Landschaft – darunter noch einige Aktive, die sich durch Rauchzeichen zu
erkennen gaben, die Feuchtgebiete unterbrachen mit ihrer grünen Vegetation das
karge Altiplano, Salzwüsten und –seen bildeten sich am Fuß der Berge und
überall wimmelte es von Leben: Vicunas, Emus, Lamas, Alpacas, Viscachas und
Flamingos waren zahlreich vertreten. Auch in medizinischer Hinsicht war für unser Wohl gesorgt: heiße
Quellen in natürlichen Becken, die durch ihre mineralische Zusammensetzung einen
positiven Effekt auf Körper und Geist haben sollen, luden zum baden ein. Oder
war es doch das Bier, welches uns so munter stimmte?
Wie dem auch sei,
Chile gefiel uns und wir freuten uns auf die Wiederkehr, aber zuerst wollten
wir ein letztes Mal nach Bolivien.
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| ein Bierchen in Ehren ... |
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| im Nationalpark Lauca |
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| Alpacas beim grasen |
Die Südwestspitze Boliviens bildet die Salar de Uyuni, die
größte Salzwüste der Erde und das sich daran anschließende „Reserva National de
Fauna Andina“. Wieder mussten wir für ca. eine Woche planen, denn solange würde
es dauern dieses einzigartige Fleckchen Erde zu durchqueren.
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| Blick auf die Salzwüste |
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| Camp mitten im Salz! |
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| die wahrscheinlich höchste Zollstation |
Die Salar umfasst eine riesige Fläche einfach nur Salz auf
einer Höhe von 3.700m. Wohin wir auch blickten, überall war Weiß zu sehen. Nur
am Horizont zeichneten sich Berge ab. Gigantisch – mehr fällt uns dazu nicht
ein. Wir fuhren 200km über dieses endlos erscheinende Plateau und deckten damit
nur einen Bruchteil den Ganzen ab. Das Reserva National zeichnete sich vor
allem durch seine vielfarbigen Lagunen mit den riesigen Schwärmen von
Flamingos, den braunen staubigen Wüsten, Vulkanen und seinen schlechten Straße
aus. Wir genossen, trotz der vielen Touristen, diese letzten Tage im
abwechslungsreichen Bolivien und waren doch ein klein wenig traurig als wir
endgültig auf der wohl höchsten Zollstation mit 5.020m (200m höher als der Mont
Blanc) „Tschau“ sagen mussten.
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| Ausblick beim Mittag! |
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| Lecker!!! |
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| Flamingos an einer Lagune |
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| Wüste auf knapp 5.000m |
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| Dali-Wüste in Bolivien |
Bolivien hat uns wirklich überrascht mit seinen gepflegten
Städten, dem tollen Essen und der herrlichen Landschaft. Aber in den drei
Monaten, die wir dort verbrachten, lernten wir auch die „Schattenseiten“
kennen. Für Individualtouristen wie uns, ist im Prinzip keine touristische
Infrastruktur vorhanden. Immer mehr bekamen wir das Gefühl, dass der Bolivianer
gern seine Hand aufhält, aber dafür wenig bietet. Und am Ende machte uns das
teilweise echt wütend! Wir empfehlen dieses Land wirklich jedem als
Urlaubsziel, aber nun freuten wir uns auch einfach, dass es weiter geht, dass wir
wieder ein neues Land vor uns haben, das es zu entdecken gilt und ein Altbekanntes,
das wir weiter erforschen wollen.
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| in San Pedro de Atacama |
Von Bolivien aus machten wir noch einmal kurz in dem sauberen, ordentlichen, doch
europäisch angehauchten San Pedro de Atacama in Chile halt und erfuhren
sogleich wie viele Menschen es doch gibt, die ähnliche Ideen und die gleiche
Abenteuerlust besitzen wie wir. Zwei englische Pärchen davon lernten wir auf
unserem Zeltplatz kennen. Die einen sind in Kanada aufgebrochen und die anderen
umfahren mit ihrem Landrover Defender tatsächlich die Erde. Von England sind sie
gen Osten durch halb Russland und Asien gefahren bis sie in Südamerika
eintrafen. Wir ließen uns von so viel Ehrgeiz aber nicht beirren und fuhren
weiter, abermals vorbei an idyllischen Lagunen und endlosen Bergketten, nach
Argentinien. Über den Paso Sico (4.080m) ging es auf das argentinische
Altiplano, das wieder durch seine unendliche Weite Faszination ausübt.
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| auf dem Weg nach Argentinien |
Nun befinden wir uns am südlichen Rand dieser Hochebene.
Noch einmal geht es auf knapp 5.000m hinauf bevor wir das Altiplano endgültig hinter
uns lassen. Nach Wochen in dieser meist baumlosen, tristen, oft durch bizarre
Bergformationen und Gesteinsfarben geprägten Hochgebirgslandschaft freuen wir
uns nun auf das Meer, die Wälder und die hoffentlich steigenden Temperaturen.
Bis dahin liebe Grüße,
Jule und Steffen
Tolle Bilder, Beppo! Die sorgen immer wieder für Fernweh. ^^
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